Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Zahlung einer Abfindung durch den Arbeitgeber ist nur in ganz seltenen Fällen gesetzlich geregelt, so z. B. nach § 1a und gemäß §§ 9, 10 Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Es gibt keinen „pauschalen“ bzw. allgemeinen Anspruch auf Abfindung,

auch nicht bei langjährigen Beschäftigungsverhältnissen!

Keine Abfindung ist grundsätzlich u. a. im Kleinbetrieb zu zahlen, da hier kein Schutz nach dem Kündigungsschutzgesetz besteht. Gleiches gilt für den Fall, dass ein Kündigungsgrund nach dem KSchG besteht. Beides kann häufig nur durch einen Rechtsanwalt beurteilt werden.

Die Höhe der etwaig vom Arbeitgeber zu zahlenden Abfindung hängt in der Praxis im Wesentlichen davon ab, ob dem Arbeitgeber ein Recht zur Kündigung zustand oder nicht bzw. wie hoch die rechtlichen Risiken für die jeweilige Seite sind. Ist die Kündigung des Arbeitgebers für diesen weitgehend risikolos, dann ist die Abfindung entsprechend niedrig anzusetzen, ggf. ist auch gar keine Abfindung zu zahlen!

Für die Rechtspraxis hat sich eine „Faustformel“ entwickelt, welche aber immer auf den Einzelfall hin anzupassen ist: Pro Beschäftigungsjahr ein halbes Brutto-Monatsgehalt. Diese Faustformel setzt grundsätzlich voraus, dass sich die arbeitgeberseitige Kündigung für den Arbeitgeber als risikobehaftet darstellt (s. o.).

Stand: 19.06.2013

Autoren

Dr. Stefan Müller-Thele
Rechtsanwalt
ETL Rechtsanwälte GmbH, Köln

 

 

 

Dr. Uwe Schlegel
Rechtsanwalt
ETL Rechtsanwälte GmbH, Köln

 

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19.06.2013