Betreuungsleistungen steuerfrei bezuschussen

Durch das Jahressteuergesetz (Zollkodexanpassungsgesetz) wurde zum 01.01.2015 eine Regelung geschaffen, die für die Betreuung von schulpflichtigen Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen steuerfreie Zuschüsse ermöglicht.

Ein steuerfreier Zuschuss ist dabei auf 600 Euro im Kalenderjahr beschränkt. Die Regelung sieht vor, dass Arbeitgeberzuschüsse zur kurzfristigen Betreuung (Notfälle!) von Kindern, die

  • das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder
  • die wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahrs eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten oder
  • pflegebedürftigen Angehörigen des Mitarbeiters

 

steuerfrei sind. Unter diese Notfälle fallen nur  ganz bestimmte Betreuungsleistungen, die kurzfristig aus zwingenden beruflich veranlassten Gründen entstehen. Voraussetzung ist, dass es sich um eine zusätzliche, außergewöhnliche - also außerhalb der regelmäßig üblicherweise erforderlichen - Betreuung handelt, die zum Beispiel durch dienstlich veranlasste Fortbildungsmaßnahmen des Arbeitnehmers, eines zwingenden beruflichen Einsatzes zu außergewöhnlichen Dienstzeiten bzw. bei Krankheit eines Kindes oder eines pflegebedürftigen Angehörigen notwendig werden. Erstmalig sind damit auch Betreuungskosten in eng umgrenzten Rahmen steuerlich begünstigt, wenn sie im Privathaushalt des Arbeitnehmers anfallen.

 

Zusammenfassung in FAQs:

  1. Welche gesetzliche Grundlage wird für diesen Zuschuss herangezogen?
  • § 3 Nr. 34a EStG

 

  1. Gibt es eine Obergrenze für einen solchen steuer- und beitragsfreien Zuschuss des Arbeitgebers?
  • Steuerfreibetrag bis zu 600 Euro pro Kalenderjahr

 

  1. Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der Zuschuss steuer- und beitragsfrei gewährt werden kann? 
  • kurzfristige, zwingende berufliche Gründe (z.B. besonders angeordnete Arbeitseinsätze, veranlasste Fortbildungsmaßnahmen)
  • Erkrankung von Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben
  • Kinder, die wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten
  • pflegebedürftige Angehörige
  • Anspruch auf Kindergeld
  • Zuschuss zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt

 

  1. Welche Möglichkeiten der Betreuung werden anerkannt?
  • Betreuung im privaten Haushalt oder außerhalb der Wohnung
  • Betreuung durch Großeltern, Verwandtschaft, Kindermädchen, Nachbarn oder Bekannte

 

  1. Welche genauen Kosten und Leistungen können angerechnet werden?
  • Beratungs- und Vermittlungsleistungen durch Dienstleistungsunternehmen
  • Kosten durch beauftragte Kindermädchen, Nachbarn oder Bekannte
  • Reisekosten von Großeltern und Verwandtschaft

 

  1. Hat man als Elternteil einen Anspruch auf diesen Zuschuss oder handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers?
  • Nur als freiwillige Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt

 

Nicht steuer- und beitragsfrei sind Zuschüsse des Arbeitgebers, wenn beauftragte Betreuungspersonen während der üblichen Arbeitszeiten des Arbeitnehmers krankheitsbedingt ausfallen.

Tags: 
Lohnkostenoptimierung

Über den Autor

Jörg Wreege

ETL-Personal-Kompetenzcenter Steuerberatungsgesellschaft mbH.

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