Das Essen für die eigenen Arbeitnehmer

Im täglichen Leben ist es üblich, dass Arbeitnehmer, welche in der Gastronomie oder im Restaurant eines Hotels arbeiten, die täglichen Mahlzeiten aus dem Angebot des Arbeitgebers einnehmen. Das führt für die Arbeitnehmer zu einem steuerpflichtigen geldwerten Vorteil.

Häufig verzehren die Mitarbeiter die gleichen Essen, welche auch an die Kunden verkauft werden. Aber auch spezielle Mitarbeiteressen oder die Beschränkung auf das sogenannte Tagesgericht führen grundsätzlich zum gleichen Ergebnis.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass jeder Arbeitnehmer, der die Möglichkeit hat, auf der Arbeit zu essen, einen solchen geldwerten Vorteil erlangt und der Arbeitgeber im täglichen Leben keine Kontrollmöglichkeiten besitzt, um dies zu verhindern.  Eine Besteuerung ist deshalb zwingend schon mit der monatlichen Lohnabrechnung vorzunehmen.

Ausgenommen hiervon sind Mitarbeiter, welche schon aus organisatorischen Gründen keine Möglichkeit haben, an dem vom Arbeitgeber für Kunden produzierte Essen zu partizipieren. Ein Beispiel hierfür wäre der Nachtportier im Hotel, welcher ausschließlich außerhalb der Küchenzeiten arbeitet.

Der Arbeitgeber muss für die steuerliche Bewertung unterscheiden:

  1. Verzehren die Mitarbeiter Mahlzeiten, welche ausschließlich für sie angefertigt wurden (sog. Personalessen in der Gastronomie bzw. Essen in Betriebskantinen, in denen überwiegend die eigenen Mitarbeiter essen), sind diese mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewerten (Frühstück: 1,63 €, Mittag und Abendbrot: 3,00 €).

    Der ermittelte geldwerte Vorteil kann pauschal mit 25% besteuert werden. Achtung: der Rabattfreibetrag ist nicht anwendbar.
     

  2. Verzehren die Mitarbeiter Mahlzeiten, welche überwiegend an Kunden abgegeben werden, sind diese mit dem auf der Speisekarte ausgezeichneten Endpreis abzüglich 4% anzusetzen. Bis zum Rabattfreibetrag von 1.080 € im Jahr ist der geldwerte Vorteil steuerfrei. Die darüber hinausgehenden Beträge können entweder mit dem individuellen Steuersatz oder pauschal mit 25% besteuert werden.

 

Das Essen für die eigenen Arbeitnehmer bringt für den Arbeitgeber einigen Aufwand mit sich. Er muss eine genaue Aufzeichnung der tatsächlich an Mitarbeiter ausgegebenen Essen vornehmen oder zumindest an Hand des Dienstplans/tatsächlichen Einsatz die Anzahl der Essen ermitteln. Auch muss er auf die richtige Versteuerung in der Lohnabrechnung achten.

In der gehobenen Gastronomie kann es darüber hinaus günstig sein, für die Mitarbeiter ein gesondertes Essen anzubieten, um die Bewertung mit dem Sachbezugswert vornehmen zu können.

Hinweis: Arbeitgeber in Fleischereien, Bäckereien oder ähnlichen Betrieben müssen ebenfalls an die Versteuerung der von den Mitarbeitern verzehrten Essen denken, gerade auch, wenn neben dem eigentlichen Angebot an Fleisch- oder Backwaren auch ein Mittagstisch/Imbiss angeboten wird.

Tags: 
Lohnsteuer, Arbeitslohn

Alexander Berfeld, Steuerberater

ETL-Personal-Kompetenzcenter Steuerberatungsgesellschaft mbH

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