Mithilfe steuerfreier oder steuerbegünstigter Leistungen können Arbeitgeber die Lohnkosten in ihrem Unternehmen geschickt senken. Gerade in Zeiten des Mangels an hoch qualifiziertem Personal stellt sich Unternehmern die Frage, wie (gute) Fachkräfte angeworben und langfristig im Unternehmen gebunden werden können.

Die geschickte Gestaltung der Vergütung ist eine große Chance, die mit vielen positiven Effekten auf beiden Seiten verbunden ist. Dazu hat der Gesetzgeber hat eine Reihe von Möglichkeiten eingeräumt, Arbeitnehmern Zahlungen und Sachleistungen zu gewähren, die steuerbegünstigt oder steuerfrei und damit in der Regel ebenfalls beitragsfrei in der Sozialversicherung sind.

Davon profitiert sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber gleichermaßen. Auch wenn nicht jedes Unternehmen jede der gebotenen Möglichkeiten einsetzen kann, können bereits wenige Leistungen zu einer Win-Win-Situation führen. Bei der Auswahl der steuerfreien oder steuerbegünstigten Leistungen ist jedoch Vorsicht gefragt: Nicht jede Leistung erfüllt hinsichtlich Inhalt, Ziel und Qualität die Voraussetzungen für die Steuerbegünstigung.

 

Betriebliche Gesundheitsförderung -
Arbeitgeberbelastung senken / Arbeitnehmer gesund halten

GesundheitsförderungWir verbringen einen großen Teil unseres Lebens am Arbeitsplatz. Je nach Beschaffenheit finden wir dort Arbeitsbedingungen vor, die positiv oder negativ auf die Gesundheit wirken können. Ungünstige Arbeitsbedingungen führen nicht nur zu körperlichen Beschwerden bei den Beschäftigten, sie bergen auch Risiken für die psychische Gesundheit und produzieren hohe Fehlzeiten.

Besonders in kleinen und mittleren Betrieben kann der Ausfall eines Mitarbeiters empfindliche Störungen im Betriebsablauf verursachen. Viele Mitarbeiter achten bereits aus persönlichen Gründen darauf, durch gesundheitsfördernde Aktivitäten einen Ausgleich zum beruflich anspruchsvollen Alltag zu finden und gesund und fit zu bleiben. Der Arbeitgeber kann anhand gesetzlicher Regelungen mit eigenen Maßnahmen gezielt auf die Aufrechterhaltung und Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands seiner Arbeitnehmer eingehen. Bestehen im Unternehmen keine Möglichkeiten, kann der Arbeitgeber gesundheitsfördernde Maßnahmen gewähren, die je Mitarbeiter und Jahr bis zu 500,00 EUR steuer- und beitragsfrei Wert haben.


Vorteile für Arbeitgeber

  • Sicherung der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter im Unternehmen
  • Steigerung der Produktivität und Qualität im Unternehmen
  • Kostensenkung durch weniger krankheitsbedingte Ausfälle im Unternehmen
  • Erhöhung der Motivation und Identifikation des Mitarbeiters im Unternehmen
  • Imageaufwertung im und außerhalb des Unternehmens
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Unternehmen

 

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Verbesserung des Gesundheitszustands und der eigenen Zufriedenheit
  • Erhaltung der eigenen Leistungsfähigkeit und Arbeitsplatzsicherheit
  • Reduzierung von Arztbesuchen und des in Verbindung stehenden eigenen Kostenanteils
  • Verringerung auftretender oder gefühlter Belastungen im Unternehmen
  • Verbesserung des Betriebsklimas und der Zufriedenheit im Unternehmen
  • Höhere Nettowertschöpfung in der Vergütungsstruktur
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Unternehmen

 

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Arbeitnehmerin in einem Pflegheim arbeitet täglich mit hilfebedürftigen Menschen, die sie teils mit eigener Kraft hochhebt bzw. fortbewegt. Bedingt durch die Ausprägung an diesem Arbeitsplatz leidet die Pflegekraft an Rückenbeschwerden und ist an 10 Tagen im Jahr arbeitsunfähig krankgeschrieben. Dies entspricht einer Krankheitsquote von ca. 4,5 Prozent. Zum Vergleich, der Bundesdurchschnitt lag im Jahr 2013 bei rund 13 krankheitsbedingten Fehltagen. Das Pflegheim beschäftigt insgesamt 21 Mitarbeiter und ist damit Umlage 1 pflichtig. Der Arbeitgeber versichert sich damit zu einem Teil gegen die Lohnfortzahlung seiner Arbeitnehmer in Krankheitsfällen.

Kosten für den Arbeitgeber monatlich:

Bruttogehalt der Pflegekraft: 1.850,00 EUR
AG-Anteil zur KV 135,05 EUR
+ AG-Anteil zur PV 18,96 EUR
+ AG-Anteil zur RV 174,83 EUR
+ AG-Anteil zur AV 27,75 EUR
+ Beitrag zur BG/Umlage 56,45 EUR
+ Insolvenzgeldumlagen  2,78 EUR
= Gesamtbelastung 2.265,82 EUR

Dies entspricht bei 21 Arbeitstagen im Monat 107,90 EUR Arbeitgeberkosten pro Tag!

Für den allgemeinen Umlagesatz 1 wurde eine Erstattung des Bruttogehalts in Höhe von 70% ausgewählt. Nach Erstattungsberechnung der Krankenkasse entspricht dies 43,17 EUR pro Tag (1.850,00 EUR x 70% : 30 Tage).

 

Kosten für 10 Krankheitstage (10 x 107,90 EUR) 1.079,00 EUR
Erstattete Lohnfortzahlung durch Krankenkasse (10 x 43,17 EUR) - 431,70 EUR
Gesamtkosten für Arbeitgeber bei 10 Ausfalltagen = 647,30 EUR

 

Der wöchentliche Kurs „Rückenschulung“ in einem nahegelegen Fitnessstudio kostet 40,00 EUR pro Monat. Würde der Arbeitgeber diesen Kurs bezahlen und sich die Krankheit dadurch vermeiden lassen, hätte der Arbeitgeber eine „Ersparnis“ von 167,30 EUR. Würde der Arbeitgeber, sofern monatlich 40,00 EUR netto beim Arbeitnehmer ankommen sollen, ein Bruttoentgelt zahlen, läge er mit seiner Belastung je nach Lohnsteuermerkmale des Mitarbeiters bei rund 85,00 EUR.

Was ist bei der Umsetzung im Unternehmen zu beachten?

Die steuerliche Förderung basiert auf § 3 Nr. 34 EStG. Leistungen, die in diesem Zusammenhang stehen und vom Unternehmen gewährt werden, sind steuer- und beitragsfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt gezahlt werden. Die geförderten Leistungen müssen hinsichtlich der Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit bestimmten Anforderungen entsprechen (§§ 20 und 20a SGB V), diese sind in einem Leitfaden der Krankenkassen zusammengefasst. Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Sachleistungen als auch für Barzahlungen, für Kurse, die durch den Arbeitnehmer im Betrieb erbracht werden oder für Barzuschüsse an die Arbeitnehmer für externe Veranstaltungen.
 


Tipp:
Informationen zu weiteren der verschiedenen Möglichkeiten rund um das Thema Lohnkostenoptimierung sind auch in der jährlich aktualisierten nettomaxx-Broschüre des Lohnspezialisten PKC zusammengefasst:

nettomaxx-Broschüre (PDF 1,4 MB)

 

Das PKC

PKC ist einer der führenden Partnerunternehmen im Bereich Lohnabrechnung. Dabei steht die Abkürzung PKC für das Personal-Kompetenzcenter der ETL-Gruppe – eine der größten deutschen Steuerberatungsgesellschaften. Die Spezialisierung des PKC liegt eindeutig im hochsensiblen Dienstleistungsfeld der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Das Leistungsspektrum konzentriert sich vor allem auf kleine und mittständische Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

PKC ist in erster Linie ein „Full-Service-Abwickler“, bei dem die komplette Übernahme der Lohn- und Gehaltsabrechnung von Unternehmen und Steuerberatern im Mittelpunkt steht. Je nach Bedürfnissen werden auch Teilaufgaben der Abrechnung erbracht.

Eine hohe Anzahl an Mandanten findet sich in folgenden Branchen wider: Einzelhandel/Handel (insbesondere Tankstellengewerbe und Versandhandel), Gesundheitswirtschaft (insbesondere Ärzte, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Heilberufler), Bau- und Immobilienwirtschaft (insbesondere Bauhaupt- und Baunebengewerbe), Tourismus, Hotels und Gastronomie.

Mehr Infos unter www.etl-pkc.de.