Lohnsteuerbescheinigung

Der Begriff der Lohnsteuerbescheinigung ist zurück zu führen auf die Rückseite der physischen Lohnsteuerkarte, auf der die Angaben zum abgeschlossenen Lohnkonto des Arbeitnehmers eingetragen bzw. mit einem Ausdruck angebracht waren.

Mit Schreiben vom 22.10.2004 veröffentlichte das BMF das neue Verfahren zur Ausschreibung und Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung, wonach Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet werden, Lohnsteuerbescheinigungen für das Kalenderjahr bis spätestens 28.02. des Folgejahres elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln (§ 41b Abs. 1 Satz 2 EStG).

In bestimmten Ausnahmefällen dürfen Arbeitgeber, die keine maschinelle Lohnabrechnung betreiben und damit keine elektronische Lohnsteuerbescheinigung erteilen können, sich der entsprechenden manuellen Lohnsteuerbescheinigung bedienen, sofern sie ausschließlich geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer (Minijob) im eigenen Privathaushalt beschäftigen (§ 41b Abs. 3 EStG). Für diese Ausnahmefälle steht der Vordruck „Besondere Lohnsteuerbescheinigung“ zur Verfügung.

Arbeitnehmer erhalten mit der ordentlichen Schließung ihres Lohnkontos stets zum Ende jeden Kalenderjahres einen Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausgehändigt. Endet das Arbeitsverhältnis noch vor Ablauf des Kalenderjahres, wird dem Arbeitnehmer ebenso ein Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung als Lohn-Nachweis für seine Unterlagen überreicht. Die zuletzt amtlich veröffentlichten Bestimmungen und Vorlagen zum Aufbau und Inhalt der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung sowie der Besonderen Lohnsteuerbescheinigung können dem BMF-Schreiben vom 04.09.2012 entnommen werden.

Die Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung ist nach einem amtlich vorgeschriebenen Datensatz nach Maßgabe der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung (StDÜV) vorzunehmen. Lohnsteuerbescheinigungen können nur mit einem elektronischen Zertifikat (Sicherheitsauthentifizierung notwendig) übermittelt werden. Die vorherige Authentifizierung für die Datenübermittlung ist zwingend erforderlich, um die Datensicherheit zu gewährleisten und um technische Voraussetzungen zu erfüllen. Für die Zuordnung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bei Datenübermittlung und für sonstige steuerliche Zwecke wird durch das Bundeszentralamt für Steuern eine Identifikationsnummer durch das Bundeszentralamt für Steuern gebildet. Die Identifikationsnummer wird für jeden Arbeitnehmer erstellt und kann vom Arbeitgeber elektronisch abgerufen werden.

Inhaltlich muss die Lohnsteuerbescheinigung alle für die Lohnsteuererhebung relevanten Daten des Arbeitnehmers ausweisen. Dies sind insbesondere folgende Angaben:

  1. Name, Vorname, Tag der Geburt und Anschrift des Arbeitnehmers, die abgerufenen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale oder die auf der entsprechenden Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale, die Bezeichnung und die Nummer des Finanzamts, an das die Lohnsteuer abgeführt worden ist, sowie die Steuernummer des Arbeitgebers,
  2. die Dauer des Dienstverhältnisses während des Kalenderjahres sowie die Anzahl der nach § 41 Absatz 1 Satz 6 vermerkten Großbuchstaben U,
  3. die Art und Höhe des gezahlten Arbeitslohns sowie den nach § 41 Absatz 1 Satz 7 vermerkten Großbuchstaben S,
  4. die einbehaltene Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer,
  5. das Kurzarbeitergeld, das Schlechtwettergeld, das Winterausfallgeld, den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach dem Mutterschutzgesetz, die Entschädigungen für Verdienstausfall nach dem Infektionsschutzgesetz vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geändert durch Artikel 11 § 3 des Gesetzes vom 6. August 2002 (BGBl. I S. 3082), in der jeweils geltenden Fassung, sowie die nach § 3 Nummer 28 steuerfreien Aufstockungsbeträge oder Zuschläge,
  6. die auf die Entfernungspauschale anzurechnenden steuerfreien Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
  7. die pauschal besteuerten Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
  8. für die dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellten Mahlzeiten nach § 8 Absatz 2 Satz 8 den Großbuchstaben M,
  9. für die steuerfreie Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32 den Großbuchstaben F,
  10. die nach § 3 Nummer 13 und 16 steuerfrei gezahlten Verpflegungszuschüsse und Vergütungen bei doppelter Haushaltsführung,
  11. Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen und an berufsständische Versorgungseinrichtungen, getrennt nach Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil,
  12. die nach § 3 Nummer 62 gezahlten Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung,
  13. die Beiträge des Arbeitnehmers zur gesetzlichen Krankenversicherung und zur sozialen Pflegeversicherung,
  14. die Beiträge des Arbeitnehmers zur Arbeitslosenversicherung,
  15. den nach § 39b Absatz 2 Satz 5 Nummer 3 Buchstabe d berücksichtigten Teilbetrag der Vorsorgepauschale.

 

Muster einer Lohnsteuerbescheinigung:

Muster-der-elektronischen-Lohnsteuerbescheinigung-2014.pdf

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Lohnsteuer