Pauschalierung der Lohnsteuer

Für ausgewählte Auf- und Zuwendungen gemäß § 40 Abs. 1, 2 EStG wird die Lohnsteuer pauschal erhoben. Es zählen also nicht der Arbeitslohn sowie die persönlichen Merkmale als Berechnungsgrundlage, sondern ein pauschaler Prozentsatz.

Die dafür anzuwendenden Sätze unterscheiden sich jedoch in Abhängigkeit von der Zuwendungsart. Diese Pauschalsteuer fällt in der Regel günstiger aus, sodass sich liquide Vorteile für den Arbeitnehmer ergeben.

Verschiedene Anwendungsbereiche der Pauschalsteuer
Die Pauschalierung der Lohnsteuer kann insbesondere bei geringen Einkommen und für bestimmte Zuschüsse, die Unternehmen ihren Arbeitnehmern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn

gewähren, angewendet werden. Damit spielt es keine Rolle, in welcher Steuerklasse sich der Arbeitnehmer befindet, sodass meist eine Besserstellung und vor allem eine Vereinfachung in der Abrechnung erreicht werden können. Abhängig von der Zuwendungsart können Unternehmen sich auch dazu entschließen, die pauschale Lohnsteuer ganz oder teilweise selbst zu übernehmen. Insbesondere die zweckgebundenen Zuschüsse, wie zum Beispiel zur Erholung, für Fahrtkosten oder auch die Internetnutzung zu Hause, verbessern das Einkommen des Arbeitnehmers und tragen so zur Motivation und effektiven Bindung an das Unternehmen bei. Gleichzeitig spart der Arbeitgeber Sozialabgaben, die mit einer Lohnerhöhung verbunden wären. Die mit einer Pauschalsteuer versehenen Entgelte können also gezielt eingesetzt werden, um ein aktives Personalmanagement zu betreiben.

Nachfolgend einige Beispiele zur Verdeutlichung der Pauschalsteuer:

  • Mit 2 Prozent Pauschalsteuer werden zum Beispiel die Bezüge für geringfügig Beschäftigte gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV oder § 8a SGB IV abgegolten, wobei Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt werde müssen.
  • Pauschal 5 Prozent fallen für Aushilfskräfte in der Forst- und Landwirtschaft an, also solange sie nicht als Fachkräfte und für mehr als 180 Tage beschäftigt sind.
  • Für Fahrtkostenzuschüsse hingegen, die ein Unternehmen seinen Arbeitnehmern für die Fahrt zur Arbeitsstelle und zurück auszahlt oder in Form von Sachbezügen zukommen lässt, wie zum Beispiel als BahnCard, sind lediglich 15 Prozent pauschale Steuern abzuführen.
  • Geringfügig Beschäftigte gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV oder § 8a SGB IV können die Pauschalsteuer von 20 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer für sich in Anspruch nehmen, wenn der Arbeitnehmer keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung abführen muss.

 

Eine Pauschalsteuer in Höhe von 25 Prozent fällt an

  • für kurzfristig Beschäftigte, die zum Beispiel für weniger als 18 Tage am Stück und mit einem Arbeitslohn, der im Durschnitt 62,00 EUR pro Tag nicht übersteigt, für ein Unternehmen beschäftigt sind,
  • für Aufwendungen zur Beköstigung der Arbeitnehmer, beispielsweise unentgeltliche oder verbilligte Mahlzeiten, die nicht als Bestandteil des Lohnes gelten,
  • für den anfallenden Arbeitslohn anlässlich einer Betriebsveranstaltung,
  • für vom Arbeitgeber übernommene Erholungsbeihilfen bis zu 156,00 EUR für den Arbeitnehmer, 104,00 EUR für dessen Ehegatten und 52,00 EUR für jedes Kind,
  • für Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Auswärtstätigkeit,
  • für den sogenannten Internet-Zuschuss, der entweder als Sachleistung in Form von verbilligten Computern oder als Kostenbeitrag für die Internetnutzung zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden kann.
  • Mit einer Pauschalsteuer von 30 Prozent müssen nach § 37b EStG generell Geschenke eines Unternehmens an Geschäftsfreunde, auch wenn diese Aufwendungen als Betriebskosten abgesetzt werden können, sowie weitere Sachbezüge an Arbeitnehmer versteuert werden.

 

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