Zweijährige Gültigkeit von Freibeträgen im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren ab 2016

Ein neues BMF-Schreiben verlängert die Gültigkeit von Freibeträgen und reduziert die jährliche Antragslast für Arbeitnehmer und Finanzämter.

Für viele Arbeitnehmer ist die Berücksichtigung von Freibeträgen im Lohnsteuer-Verfahren notwendig, um bereits im monatlichen Steuerabzug bestimmte notwendige Kosten zu berücksichtigen. Hierzu zählen zum Beispiel die doppelte Haushaltsführung, Kosten für lange Fahrtwege zur Arbeit aber auch außergewöhnliche Belastungen, wie Krankheitskosten oder Unterhaltsverpflichtungen. Meist müssen die Arbeitnehmer aus der Minderung der monatlichen Steuerlast diese Kosten teilweise bestreiten.

Bisher müssen diese Freibeträge noch jedes Jahr aufs Neue beim Finanzamt beantragt werden, ab 2016 ändert sich das: Dann können sie zwei Jahre lang gültig bleiben. Das geht aus einem am 21. Mai 2015 veröffentlichten Schreiben des Bundesfinanzministeriums hervor. 

Starttermin für das Verfahren ist der 1. Oktober 2015. Ab diesem Zeitpunkt können Arbeitnehmer den entsprechenden Antrag bei ihrem Wohnsitzfinanzamt stellen.

Es ist jedoch zu beachten: Fallen die Anspruchsvoraussetzungen für die eingetragenen Freibeträge weg, sind Arbeitnehmer verpflichtet, das dem Finanzamt mitzuteilen. Ferner sind Arbeitnehmer verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, wenn Freibeträge im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtig werden. Diese Verpflichtung gilt nun auch für beide Jahre, in denen die Freibeträge mit dem neuen Antragsverfahren Gültigkeit haben.

Für Arbeitgeber änderst sich im Übrigen nichts: Die vom Arbeitnehmer beantragten und vom Finanzamt genehmigten Freibeträge werden über den ELStAM-Abruf automatisch in die Lohnabrechnung übernommen.

Das BMF-Schreiben vom 21. Mai 2015 finden Sie hier.

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Lohnabrechnung, Lohnsteuerabzug

Alexander Berfeld, Steuerberater

ETL-Personal-Kompetenzcenter Steuerberatungsgesellschaft mbH

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